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 / Museum der Emigration - Daueraustellung

  • Projektname: Wettbewerb für die Daueraustellung des Mueums für Emigration in Gdynia
  • Ort: Gdynia, Polen
  • Jahr: 2012
  • BGF: 3600 m2
  • Leistungen: Innenarchitektur und Austellungsdesign
  • Leistungsphasen: Konzeptioneller Entwurf
  • Auftraggeber: Museum der Emigration, Gdynia
  • Beschreibung:
    Sinne, Emotionen, Menschliche Schicksale
    Das Entwurfskonzept für die künstlerische und räumliche Anordnung der Dauerausstellung im Emigrationsmuseum in Gdynia baut auf einer modernen Interpretation des Ausstellungsthemas, unter Beibehaltung des historischen Charakters des alten Seestation mit deren Lagerhallen auf.
    Unkonventionelle Raumplanung und progressives Material-Lösungen, einschließlich modernster Multimedia-Technologien werden eingesetzt um den Besucher zu beeindrucken und um geheimnisvolle und theatralische Bühnenbilder zu inszenieren, die dazu einladen die Welt der Auswanderer zu betreten, zu leben, zu fühlen und zu teilen.
    Hochentwickelte Visuelle- und Audioinstallationen und weitere Formen von neuen Medien- und Kommunikationstechnologien sollen das Publikum fesseln und verzaubern unabhängig von Nationalität oder Alter. Die Ausstellung schafft unkonventionelle mystische Orte zwischen Vergangenheit und Zukunft, die auf alle Sinne wirken und den Besucher inspirieren und begeistern werden. Die Austellung bietet eine emotionale und unvergessliche Reise mit hohen ästhetischen Anspruch und starken pädagogischen Impuls.
     
    Die Idee und die Symbolik
    Das Gesamtkonzept der Ausstellung sowie die räumliche Anordnung der Haupthemen sind auf zwei Ellipsen aufgebaut. Sie sind verbunden mit engen Korridoren, die zu einem zentralen Raum führen. Die Ellipsen symbolisieren die zwei Welten, Leben, Kulturen und Identitäten, die jeder Auswanderer tief im innern mit sich trägt; die der Heimat und die der neuen Welt.
    Die Gänge symbolisieren die Reise, den Aufwand, den Weg und die Entscheidungen, die Probleme sowie die Begeisterung des Auswanderers. Der zentrale Raum zwischen den beiden Ellipsen markiert die geistige und gefühlte Position eines Emigranten. Der Raum versinnbildlicht einerseits die Gespaltenheit aber andererseits auch für die Vielseitigkeit und Erfahrungsschatz eines jeden Auswanderers, der ein Leben zwischen zwei Welten, Kulturen und Identitäten führt.
    Jede der Ellipsen verfügt über einen zentralen Raum (Nukleus), der eines der Hauptthemen der Ausstellung aufgreift. Weitere Symbole sind das Boot, die Welle und das Meer. Diese Symbole sind untrennbar von dem Ort, der Geschichte und Funktion der ehemaligen Seestation in Gdynia und dem historischen Thema der Auswanderung in Polen.
     
    Einzigartige Geschichten, Thematik- und Ausstellungsgliederung, Kommunikation von Inhalten
    All diese Symbole prägen und gestalten die Erzählweise der Thematik der Ausstellung, deren primäres Ziel es ist, die Geschichte der Auswanderung aus der Perspektive des Individuums zu erzählen. Die Ausstellung wird aus vielen einzigartigen, interessanten und kuriosen Geschichten zusammengestellt, um klarzustellen, dass es nicht nur eine Geschichte der Auswanderung gibt, sondern das Emigration eine tiefgründige, vielseitige und komplexe Thematik ist, die sich aus unzähligen einzelnen Lebensgeschichten und Schicksalen zusammensetzt und die sich durch die Geschichte, Kultur und durch alle Gesellschaftsschichten zieht.
    Jeder Emigrant hat eine eigene und einzigartige Geschichte zu erzählen und nur die Kombination all dieser Geschichten bilden zusammen die wahre Geschichte der Emigration. Einige Ausstellungsräume durchmischen daher verschiedene Zeitetappen und Orte und beleuchten das Thema Emigration als einen Prozess der nicht an Zeit und Ort gebunden ist.
    Die Gliederung der Hauptausstellung basiert auf den Erfahrungen der Auswanderer und überträgt Informationen und Wissen durch Sinneswahrnehmungen, Emotionen und Interaktion mit den Medien und atmosphärischen Räumen. Die inszenierten Ausstellungsräume sollen die Sinne, Gefühle, das Bewusstsein, und den Geist der Zuschauer berühren und beleben. Die Ausstellung ist sukzessive aufgebaut und durchläuft alle Phasen der Auswanderung: Vorbereitung, Abreise, Reise, Ankunft am Bestimmungsort und das Leben und Arbeiten im Ausland. Der Besucher verwandelt sich zum Auswanderer, der durch den Prozess der Emigration reist. Er kann nicht nur ein passiver Beobachter sein, sondern muss sich mit der Ausstellung aktiv auseinandersetzen. Er hat, wie die Auswanderer, wichtige Entscheidungen zu treffen, die Reaktionen verursachen und die Möglichkeit eröffnen die Thematik durch die Augen eines Emigranten zu sehen. Die Ausstellung bietet auch intime Räume, in denen man individuellen Geschichten zu sehen und hören kann und einen interaktiven pädagogischen Mediaraum sowohl als einen Raum, um über das Thema und die Ausstellung zu reflektieren.
    Nach dem Verlassen des stark emotionalen und pädagogischen Hauptteil der Ausstellung wird der Besucher durch den Korridor der Geschichte geführt, der eine chronologische Zusammenfassung des Themas und der Ausstellung bietet. Der Korridor endet an einer auskragenden Glasbrücke, die die früheren Brücken zu den Schiffen simuliert. Die gläserne Brücke schafft einen Ort zu nachdenken und reflektieren, während Sie mit Ausblicken auf den Hafen und das Meer die wichtige Lage der historischen Gdynia Seestation zelebriert. Für viele Emigranten war es die letzte Erinnerung an ihre Heimat. Für diejenigen, die zurückkamen, das Symbol der Rückkehr in die Heimat. Für eine lange Zeit begann und endete Polen hier:
    MUSEUM DER EMIGRATION, GDYNIA  UL. POLSKA 1